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Recht / Sonstige 
Mittwoch, 10.10.2018

Auffahrunfall wegen Blendung durch Abblendlicht eines parkenden Autos

Das Amtsgericht Dortmund entschied, dass eine Blendung durch eingeschaltetes Abblendlicht eines am Fahrbahnrand parkenden Autos keinen Auffahrunfall entschuldigt (Az. 729 OWi – 250 Js 147/17 – 49/17).

Im vorliegenden Fall kam es an einer Kreuzung zu einem Auffahrunfall. Ursache dessen war, dass der Auffahrende wegen des eingeschalteten Abblendlichts eines am rechten Fahrbahnrand parkenden Autos derart geblendet wurde, dass er nichts mehr sehen und somit das vor ihm an der Kreuzung stehende Fahrzeug nicht bemerken konnte. Der Auffahrende gab an, dass er die Lichter des ihn blendenden Fahrzeugs bereits etwa 50 m vor dessen Erreichen bemerkt habe. Zu einer Reduzierung der Geschwindigkeit oder sogar eines Anhaltens sah er jedoch keine Veranlassung. Weil gegen den Auffahrenden ein Bußgeldbescheid erging, legte dieser dagegen Einspruch ein.

Das AG Dortmund verurteilte den Betroffenen wegen Schädigung anderer Verkehrsteilnehmer durch Außerachtlassen der im Straßenverkehr erforderlichen Sorgfalt zu einer Geldbuße von 35 Euro. Nach Auffassung des Gerichts entschuldigt die Blendung durch ein bereits weit vorher erkennbar an dem Fahrbahnrand parkendes Fahrzeug den Betroffenen nicht und nimmt auch nicht den ihm zu machenden Fahrlässigkeitsvorwurf. Ein Fahrzeugführer müsse vielmehr seine Fahrweise an derartige Umständen anpassen und notfalls sogar anhalten.

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